Hundeschule Garmisch

                                          der gemeinsame Weg                                         

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Keine Welpengruppen!

In der Hundeschule

 

GRUNDSÄTZLICHES
WELPENGRUPPEN
WERDEGANG
BESUCHSDIENSTE
ÖFFENTLICHKEIT
HALSBAND ODER
ZUBEHÖR

 

Wie bitte?! Ja, liebe Leser, so steht es tatsächlich geschrieben.

In unseren Hundeschulen gibt keine Welpengruppen! 

  •  Wir befürworten es sehr, wenn Hundebesitzer so früh als möglich mit der Erziehung ihres Welpen anfangen, Erziehung bedeutet aber nicht: Sitz, Platz, Bleib! Erziehung bedeutet, dass der Hund lernt im Leben mit den verschiedensten Situationen zurecht zu kommen. Kein simples Erdulden, sondern ein angstfreier und unproblematischer Umgang mit der Realität. Wir sind Ihnen bei der Erziehung Ihres Welpen sehr gerne behilflich. Sehen wir uns hierzu folgendes Beispiel genauer an:

 

  •  Prägungsspieltage und Welpengruppen
    Mittlerweile sind gerade Welpengruppen oder Prägungsspieltage wie sie auch gerne genannt werden fast nicht mehr aus der Hundeszene weg zu denken. Für uns ist es nicht das Mittel um einen jungen Hund optimal auf sein Leben vorzubereiten.  
 
  •  Einzug des Welpen
    Der Welpe wird mit meist 8 Wochen (dies ist übrigens oftmals viel zu früh) seinen neuen Besitzern übergeben. Was bedeutet dies nun für den Hund? Weg von den Geschwistern, weg aus seiner vertrauten Umgebung, weg von der Mutter. Er fällt von einer Sekunde zur anderen in ein absolut neues und unbekanntes Leben. Viele Hunde befinden sich zudem in dieser Zeit in einer äußerst sensiblen Phase bedingt auch dadurch, dass sie nun anfangen ihre Umgebung auszukundschaften, nun haben sie gerade mal das heimatliche Umfeld wie etwa den Garten des Züchters erlebt, schon ändert sich schlagartig alles. 
  •  Vertrauen
    Im neuen Zuhause fehlt dem Hundekind Vertrauen, Geborgenheit, Sicherheit. Neue Geräusche, neue Gerüche, neue Menschen, eine komplett neue Umgebung findet er hier. Nun kann man ja sagen, es passiert ihm ja nichts bei uns, wir geben ihm Sicherheit. Woher soll er das denn wissen? Wie oft wurden schon Eltern vom Babysitter von der Party heimgeholt, weil das Kind nicht mehr zu weinen aufhörte? Obwohl es in seiner gewohnten Umgebung war. 
     
  •  Was muss er kennen lernen?
    Kaum ist nun der Welpe eingezogen, wird oftmals ein ganzer Katalog von Aufgaben erstellt, was zu erledigen ist. Spaziergang im Park, Stadtbesuch, Kaffe trinken bei Freunden und Bekannten, Einkaufen gehen, Autofahren, öffentliche Verkehrsmittel, Tierarztbesuch, usw. Dies ist des Guten zuviel. Man kann auch von einem "Kulturschock" sprechen, eine Reizüberflutung, wodurch viel Schaden angerichtet wird. Die Welpen sind gestresst, beginnen herum zu beißen, sind nervös, bellen sehr viel, haben Schwierigkeiten abzuschalten. Psychische Probleme sind somit vorprogrammiert. Begegnet der Hund etwas Neuem, muss er dieses erst einmal aufnehmen und verarbeiten können. Durch ein Übermaß wird viel Schaden angerichtet.
  •  Buchempfehlung
    Ein geniales Buch hierzu ist übrigens jenes von Frau Feltmann- von Schroeder mit dem Titel "Welpentraining - der gute Start".
     
  •  Hundekontakte / soziale Kontakte
    Zurück zu den Welpengruppen. Sicherlich ist es nötig, Hundekontakte herzustellen, jedoch sollte man darauf achten, dass diese auch so verlaufen, dass kein Hund darunter leidet, bzw. Verhaltensweisen aufbaut, die später als "Problemverhalten" interpretiert werden.
     
  •  Lernen mit Artgenossen umzugehen
    Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob Hunde immer (24 Std./Tag) zusammen sind, oder ob sie sich einmal in der Woche treffen. Das eine ist Alltag, das andere ist Aufregung. Junge Hunde müssen viel lernen, sie müssen lernen mit den unterschiedlichsten Situationen umzugehen, andere Hunde bewerten können und dazu brauchen sie Zeit. Zeit, um sich in Ruhe und ganz speziell mit dem einen Artgenossen wie auch mit dem anderen Artgenossen zu beschäftigen. Wenn jedoch mehrere Welpen zusammentreffen herrscht Aufregung, keine Ruhe. 
     
  •  Zusammenstellung der Gruppen
    Kommen nun z. B. 6 Hundekinder zusammen, aus verschiedenen Würfen, verschiedenen Alters und verschiedener Charaktere (eine gänzlich optimale Zusammenstellung ist einfach nicht realisierbar, da müssten schon die Geschwisterkinder zusammenbleiben), dazu gehören aber auch min. 6 Hundebesitzer (in der Regel sind aber pro Hund 2 Bezugspersonen vorhanden, die auch dabei sein sollten, um live mit zu lernen). 
     
  •  Fragen über Fragen
    Nun haben wir also mind. 12 Individuen die geschult werden müssen. 6 Hundekinder, die lernen sollen mit ihren Artgenossen dementsprechend freundlich zu verkehren, 6 Menschen, die fachlich so geschult werden müssen, dass sie wissen, wie nun welche Aktion zu bewerten ist, wann muss eingeschritten werden, wann muss das Spiel beendet werden, wann ist mein Hund gestresst, usw. Dann kommen noch die allgemeinen Fragen, wie z. B. was mache ich, damit mein Hund nicht mehr springt, beißt, in die Wohnung pinkelt, dass er zuverlässig kommt, wie gehe ich die Fellpflege an, was muss ich beim Tierarztbesuch beachten, wann ist mein Hund erwachsen, welche Art der Ernährung ist die Beste usw., usw.
  •  Wer lernt nun was?
    Nehmen wir an, Welpe 1 und Welpe 2 kabeln sich gerade. Dies wird vom Trainer kommentiert, damit die Hundebesitzer lernen, wie und warum und wenn nötig auch fachlich korrekt eingeschritten wird. Welpe 1 probiert es eventuell noch ein- zweimal und hört dann auf. Ist ja schön. Was ist aber in der Zwischenzeit mit den Welpen 3 - 6? Was ist mit den Fragen von Frau Huber, Herrn Meier und Familie Schulze?
  •  So sollte es dann ablaufen!
    Unseres Erachtens benötigt man für diese Gruppe 6 bestens geschulte Trainer, die sich um "ihr" Hund-Mensch-Gespann kümmern können und 1 Trainer, der zusammen mit zwei oder drei souveränen und erwachsenen Hunden sozusagen die Oberaufsicht hat, damit auch alles seine Ordnung hat. Erwachsene, souveräne Hunde sind deswegen nötig, damit sie den Nachwuchs anleiten. Wie soll denn ein unwissendes Hundekind von einem anderen unwissenden  Hundekind lernen, wie man sich z. B. erwachsenen Hunden gegenüber benimmt? Diese Aufgabe würde eigentlich eine souveräne Hundemama übernehmen.
  •  Schlussfolgerung
    Sie sehen, es steckt viel dahinter. Wenn Sie als Hundebesitzer uns als Trainer engagieren, ist es unsere Aufgabe sie und ihren Hund optimal zu betreuen. Deswegen stellen wir ausgesuchte Hundebegegnungen her. Ob nun der Welpe einen anderen Welpen, einen erwachsenen Hund, einen Junghund oder einen älteren Hund trifft, es wird vorbereitet. Dadurch ist es möglich, den Besitzern genau zu erläutern, wie nun die jeweiligen Hunde miteinander kommunizieren, was sie voneinander lernen, und vieles mehr.
Copyright © 2004 Text: Ulrike Geng  Gestaltung/ Text Hundeschule Garmisch:  Michaela Wolf
 Alle Rechte vorbehalten Stand: 19.7.2007